Die Vereinigung (VmDD)

Vorwort Präsident  

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der VmDD,

seit der Gründung der Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands am 1. Mai 2021 darf ich die Entwicklung unserer Fachvereinigung ehrenamtlich begleiten und gestalten. Die vergangenen Jahre waren von Aufbauarbeit, fachlicher Weiterentwicklung und einer zunehmenden Vernetzung mit unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens geprägt.

Was als Initiative zur stärkeren Vertretung qualifizierter Fachkräfte begann, hat sich schrittweise zu einer fachlichen Plattform für medizinische Dokumentation, Krebsregistrierung, Datenqualität und strukturelle Weiterentwicklung entwickelt. Die VmDD verbindet heute berufspraktische Erfahrungen mit fachlichen Analysen, Handlungsempfehlungen und dem konstruktiven Dialog mit Einrichtungen, Bildungsträgern, Wissenschaft, Politik und weiteren Institutionen.

Diese Entwicklung wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich gewesen. Unsere Arbeit wird von Menschen getragen, die ihre berufliche Erfahrung, ihre Fachkenntnisse und einen erheblichen Teil ihrer persönlichen Zeit einbringen. Ihnen gilt mein besonderer Dank. Gerade in einem hoch spezialisierten Tätigkeitsfeld zeigt sich, welchen Beitrag ehrenamtlich organisierte Facharbeit leisten kann, wenn bestehende Herausforderungen aus der Praxis heraus aufgegriffen und in eine breitere fachliche Diskussion eingebracht werden.

Medizinische Dokumentation und Krebsregistrierung sind keine nachgeordneten Verwaltungstätigkeiten. Sie sind wesentliche Bestandteile eines leistungsfähigen, lernenden und datenbasierten Gesundheitssystems. Die Qualität medizinischer Daten beeinflusst die Versorgung, die Qualitätssicherung, die Krebsregistrierung, die wissenschaftliche Forschung und die gesundheitspolitische Steuerung. Damit diese Aufgaben zuverlässig erfüllt werden können, braucht es qualifizierte Fachkräfte, geeignete Arbeitsbedingungen, nachvollziehbare Zuständigkeiten und funktionierende technische und organisatorische Strukturen.

Die Arbeit der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Datenqualität nicht allein von der individuellen Leistung einzelner Beschäftigter abhängt. Auch hervorragend ausgebildete und erfahrene Fachkräfte benötigen verlässliche Rahmenbedingungen. Qualifikation, Personalbemessung, Arbeitsorganisation, Digitalisierung, Interoperabilität und Governance müssen zusammengedacht werden. Medizinische Dokumentation ist deshalb als Systemleistung zu verstehen.

Einen wichtigen Meilenstein dieser Entwicklung bildet der von der VmDD erarbeitete Documentation & Cancer Registry Workforce Index – DCRWI. Mit diesem strukturorientierten Analyseinstrument haben wir einen Ansatz vorgelegt, der die Rahmenbedingungen medizinischer Dokumentation und Krebsregistrierung aus mehreren miteinander verbundenen Perspektiven betrachtet. Dazu gehören Workforce und Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit, Datenqualität und Dokumentationssicherheit, Digitalisierung und Interoperabilität sowie Governance, Recht und Systemintegration. (Download: Documentation & Cancer Registry Workforce Index – DCRWI.)

Der DCRWI ist keine amtliche Klassifikation und erhebt nicht den Anspruch, nationale Gesundheitssysteme abschließend zu bewerten. Er ist ein fachlicher Beitrag der VmDD, der strukturelle Unterschiede, Entwicklungspotenziale und mögliche Good-Practice-Ansätze sichtbar machen soll. Damit möchten wir die Diskussion über die Zukunft der medizinischen Dokumentation auf eine breitere Grundlage stellen und den Austausch zwischen Berufsangehörigen, Einrichtungen und Entscheidungsträgern fördern.

Neben der Entwicklung eigener Analyseinstrumente hat die VmDD in den vergangenen Jahren ihre fachliche Arbeit weiter ausgebaut. Dazu gehören die Untersuchung von Berufs- und Qualifikationsstrukturen, die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen, die Auseinandersetzung mit Arbeitsbedingungen und Fachkräftesicherung sowie die Beschäftigung mit Digitalisierung und Qualitätssicherung. Hinzu kommen projektbezogene Kooperationen und die Mitwirkung an nationalen und internationalen fachlichen beziehungsweise universitären Vorhaben.

Auch die Zusammenarbeit mit Kliniken und Gesundheitseinrichtungen wurde weiterentwickelt. Mit verbandseigenen Informations- und Kooperationsangeboten möchten wir den Austausch fördern, fachliche Anforderungen transparenter machen und Einrichtungen dabei unterstützen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Dabei geht es nicht um die Ausgrenzung einzelner Beschäftigtengruppen. Entscheidend ist vielmehr, dass Qualifikation, Aufgaben, Verantwortung und Kompetenzanforderungen nachvollziehbar aufeinander abgestimmt werden.

Seit 2021 hat sich damit auch der Schwerpunkt unserer Arbeit verändert. In der Anfangsphase war es erforderlich, bestehende berufliche und strukturelle Probleme sichtbar zu machen. Heute geht es zunehmend darum, aus diesen Erkenntnissen konkrete und konstruktive Lösungsansätze zu entwickeln.

Die VmDD möchte ihre Rolle als unabhängige und ehrenamtlich getragene Fachvereinigung weiter festigen. Wir wollen den sachlichen Dialog fördern, wissenschaftliche und berufspraktische Perspektiven zusammenführen und dazu beitragen, medizinische Dokumentation und Krebsregistrierung stärker in gesundheitspolitische, digitale und organisatorische Strategien einzubeziehen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt weiterhin der Sicherung qualifizierter Fachkräfte. Dazu gehören transparente Berufs- und Kompetenzprofile, verlässliche Qualifizierungswege, angemessene berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und nachhaltige Arbeitsbedingungen. Zugleich müssen digitale Systeme so gestaltet werden, dass sie Fachkräfte unterstützen, Prozesse vereinfachen und die Qualität der erhobenen Daten verbessern. Technischer Fortschritt kann fachliche Expertise ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen.

Das Jahr 2027 steht für die VmDD daher nicht nur im Zeichen des Rückblicks. Es markiert den nächsten Abschnitt einer Entwicklung, die im Jahr 2021 begonnen hat. Wir haben fachliche Grundlagen geschaffen, neue Projekte angestoßen, eigene Instrumente entwickelt und unsere Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren erweitert. Darauf wollen wir aufbauen.

Mein Dank gilt allen Mitgliedern, Mitwirkenden, Fachkräften, Einrichtungen und Kooperationspartnern, die unsere Arbeit unterstützt, begleitet oder kritisch mit uns diskutiert haben. Unterschiedliche Perspektiven sind für eine Fachvereinigung von großem Wert. Sie helfen uns, unsere Positionen weiterzuentwickeln, die Qualität unserer Arbeit zu verbessern und tragfähige Lösungen zu erarbeiten.

Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, medizinische Dokumentation und Krebsregistrierung als qualifizierte, verantwortungsvolle und zukunftsrelevante Aufgabenbereiche nachhaltig zu stärken – im Interesse der Fachkräfte, der Einrichtungen, der Wissenschaft und nicht zuletzt der Patientinnen und Patienten.

Mit freundlichen Grüßen

Turgay Korucu
Präsident
Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD)

Neuss, im Mai 2026

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.