24.02.2026

Documentation & Cancer Registry Workforce Index (DCRWI)
-Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD)-

Executive Summary
3-Jahres-Bericht (2022–2025) der Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD)

Der 3-Jahres-Bericht (2022–2025) der Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD) analysiert erstmals systematisch die strukturellen Rahmenbedingungen der medizinischen Dokumentation und Krebsregistrierung in Deutschland im europäischen Vergleich. Grundlage der Analyse ist der neu entwickelte Documentation & Cancer Registry Workforce Index (DCRWI). Dieser versteht medizinische Dokumentation nicht als isolierte Tätigkeit, sondern als integrale Systemleistung, die maßgeblich zur Funktionsfähigkeit eines qualitätsorientierten Gesundheitssystems beiträgt.

Medizinische Dokumentation und Krebsregistrierung bilden die Grundlage für Qualitätssicherung, Versorgungssteuerung, onkologische Forschung sowie evidenzbasierte gesundheitspolitische Entscheidungen (1,2). Gleichzeitig binden Dokumentationsanforderungen in der klinischen Versorgung erhebliche personelle Ressourcen. Studien und berufsständische Analysen weisen darauf hin, dass Ärztinnen und Ärzte einen erheblichen Anteil ihrer Arbeitszeit für Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben aufwenden. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit klar strukturierter, professionell organisierter Dokumentationsprozesse, um ärztliche Kernaufgaben in Diagnostik, Therapie und Patientenkommunikation nachhaltig zu entlasten.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die strukturelle Ausgestaltung der medizinischen Dokumentation eine doppelte Bedeutung: Sie ist sowohl Voraussetzung für Datenqualität als auch ein zentraler Hebel zur Sicherung ärztlicher Versorgungszeit.

Der DCRWI analysiert fünf gleich gewichtete Handlungsfelder:

Workforce und Qualifikation, Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit, Datenqualität und Dokumentationssicherheit, Digitalisierung und Interoperabilität sowie Governance, Recht und Systemintegration.

Auf dieser Grundlage ermöglicht der Index einen strukturierten europäischen Vergleich und identifiziert systemische Entwicklungsfelder ebenso wie bestehende Stärken.

Deutschland verfügt über hohe fachliche Kompetenz, engagierte Fachkräfte und gewachsene Strukturen. Im europäischen Vergleich zeigt sich jedoch, dass nachhaltige Systemstabilität insbesondere dort erreicht wird, wo Berufsprofile klar definiert, Qualifikationsrahmen verbindlich ausgestaltet, Arbeitsbedingungen strukturell abgesichert und Governance-Strukturen kohärent organisiert sind. In einzelnen Handlungsfeldern bestehen in Deutschland Weiterentwicklungspotenziale, insbesondere im Hinblick auf bundeseinheitliche Berufsprofilklarheit, strukturierte Personalbemessung sowie die strategische Integration in nationale Gesundheits- und Digitalisierungsstrategien.

Der europäische Vergleich verdeutlicht zugleich: Nachhaltige Qualität entsteht in der Regel dort, wo medizinische Dokumentation als eigenständige, systemrelevante Funktion anerkannt und institutionell klar verankert ist. Klare Zuständigkeiten, abgestimmte Steuerungsmodelle und interoperable digitale Strukturen tragen wesentlich zur Stabilität und Nutzbarkeit medizinischer Daten bei – und ermöglichen zugleich eine sachgerechte Aufgabenverteilung zwischen medizinischer Versorgung und professioneller Dokumentation.

Zentrale Erkenntnis des Berichts ist daher, dass die Weiterentwicklung der medizinischen Dokumentation in Deutschland weniger von zusätzlichem Fachwissen als von struktureller Koordination, rechtlicher Klarheit und strategischer Steuerung abhängt. Die fachlichen Voraussetzungen sind vorhanden; entscheidend ist ihre konsistente institutionelle Einbettung.

Vor diesem Hintergrund formuliert der Bericht adressatenspezifische Handlungsempfehlungen für Politik, Registerträger, Kliniken und Einrichtungen, ärztliche Selbstverwaltung, Softwareanbieter, Bildungsträger sowie für die Berufsangehörigen selbst. Ziel ist eine langfristige strukturelle Stabilisierung und Professionalisierung der medizinischen Dokumentation und Krebsregistrierung in Deutschland – im Sinne einer qualitätsgesicherten Versorgung, einer evidenzbasierten Gesundheitspolitik und einer nachhaltigen Entlastung ärztlicher Kernaufgaben.

Der 3-Jahres-Bericht (2022–2025) der VmDD versteht sich als fachliche Standortbestimmung, analytisches Instrument und konstruktiver Impuls für die gesundheitspolitische Diskussion. Er soll dazu beitragen, medizinische Dokumentation und Krebsregistrierung strukturell zu stärken, ihre internationale Anschlussfähigkeit zu sichern und sie als tragende Säule eines zukunftsfähigen, datenbasierten Gesundheitssystems nachhaltig zu verankern.

Hinweis zur Einordnung des Berichts & DCRWI  (Disclaimer)

Die Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD) ist eine unabhängige, ehrenamtlich getragene Non-Profit-Fachvereinigung. Sie versteht sich als fachliche Plattform für Expertise, Dialog und Strukturentwicklung im Bereich der medizinischen Dokumentation und Krebsregisterung. Die VmDD bündelt praktische Erfahrungen aus Versorgung, Registerwesen, IT-Strukturen und Qualitätssicherung und engagiert sich für nachhaltige Rahmenbedingungen im Interesse von Versorgungsqualität, Transparenz und Patientensicherheit. Der vorliegende Bericht stellt eine fachliche Analyse und Bewertung aus Sicht der VmDD dar. Er erhebt keinen Anspruch auf amtliche Feststellung, behördliche Bewertung oder rechtsverbindliche Auslegung bestehender gesetzlicher Regelungen. Die dargestellten Einschätzungen und Handlungsempfehlungen dienen ausschließlich der fachlichen Diskussion sowie der Weiterentwicklung von Strukturen im Bereich der medizinischen Dokumentation und Krebsregisterung.

Auch der DCRWI stellt keine amtliche Klassifikation oder verbindliche Bewertung nationaler Gesundheitssysteme dar. Er basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen und strukturellen Vergleichskriterien der VmDD. Ziel ist die Identifikation struktureller Entwicklungsfelder und Good-Practice-Ansätze, nicht die abschließende Bewertung einzelner Staaten. Der Documentation & Cancer Registry Workforce Index (DCRWI) ist ein von der Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD) entwickeltes Analyseinstrument. Konzeption, Struktur, Bewertungslogik und Modellarchitektur unterliegen dem Urheberrecht der VmDD. Eine Verwendung, Vervielfältigung oder Weiterentwicklung ist nur unter Quellenangabe zulässig.
 

Download & weiterführende Informationen:

DCRWI 2025 (ohne Datenanhang)

Download : DCRWI 2025 (+ ohne Datenanhang)
© 2025 Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD)
Veröffentlichung: Düsseldorf, Februar 2026
(www.vmdd.org)

Datenanahang (DCRWI 2025)

Download : Datenanhang (DCRWI 2025)
© 2025 Vereinigung Medizinischer Dokumentare Deutschlands (VmDD)
Veröffentlichung: Düsseldorf, Februar 2026
 (www.vmdd.org)

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.